WIE PRAKTIZIERT MAN DIE METAPOSITION?

Metaposition

Die Metaposition, um an Höhe zu gewinnen!

Die Metaposition und das Dissoziationsverfahren, die im NLP verwendet werden, ermöglichen es dem Coach, sich von den Situationen, die sein Klient ihm präsentiert, fernzuhalten, sich zu schützen und sich nicht in die Geschichte des Klienten einzumischen, um Lösungen zu finden.

Diese Position aus der Höhe ist komplementär zum Abstandnehmen. Sie ermöglicht es Ihnen, Ihre Wahrnehmung der Ereignisse zu verändern. Dank der Fragestellungen oder des Reframings, die Sie Ihrem Kunden dann im Coaching vorschlagen, können Sie die Ereignisse anders beleuchten, ohne sich davon selbst betroffen zu fühlen.

Wir sprechen oft über die Notwendigkeit, in heiklen Situationen, insbesondere bei Konflikten, einen Schritt zurückzutreten. Zurückzutreten ist im Coaching wichtig, aber nicht immer ausreichend.  Denn auch wenn diese Distanz es Ihnen ermöglicht, die Situation besser zu analysieren und Bilanz zu ziehen, erlaubt sie Ihnen nicht, Ihre Wahrnehmung oder Ihr Verhalten grundlegend zu ändern. Dann ist es notwendig, an Höhe zu gewinnen und die gesamte Situation zu berücksichtigen.

Wie kann dies konkret kultiviert werden?

Sie müssen sich in eine „Metaposition“ versetzen, d.h. über der Situation stehen. Dadurch können Sie sich von der Situation distanzieren, so dass Sie sowohl der Schauspieler als auch der Beobachter der Szene sind. Nehmen Sie die Bergmetapher: Sie befinden sich am Fuße eines sehr hohen Berges. Sie werden sich angesichts dieser beeindruckenden Masse wahrscheinlich sehr klein, ja sogar erdrückt fühlen. Entfernen Sie sich nun hundert Kilometer vom Berg: Sie können das ganze Schauspiel vor sich sehen, ohne denselben Eindruck zu haben oder das Gefühl zu haben, erdrückt zu werden.  Sie sind einen Schritt zurückgegangen, der Berg hat seine Kraft verloren, zumindest in Ihrer Wahrnehmung. Nehmen Sie jetzt das Flugzeug. Sie sehen ein Gebirge aus Schnee und Granit, und das, was Sie bisher im Kopf hatten, ist nun ein Gipfel unter anderen.

Die Metaposition hilft Ihnen, die Sichtweise zu erweitern und die Art und Weise, wie Sie die Dinge wahrnehmen, zu verändern. Diese geistige Gymnastik ist keineswegs natürlich. Sie müssen durch Übungen zur persönlichen Entwicklung, in der Therapie oder mit Ihrem Supervisor trainieren.

Ein Übungsbeispiel zur Entwicklung der Metaposition

In einem ruhigen Moment können Sie dreimal tief durchatmen und die Situation in Ihrem Kopf noch einmal durchspielen. Während sich der „Film“ in Ihrem Kopf abspielt, beobachten Sie, welche Gefühle und Emotionen die Situation hervorruft. Wenn Sie können, versuchen Sie, die Szene mental zu verkleinern. Projizieren Sie sie auf eine entfernte Kinoleinwand, und zwar in Schwarz-Weiß statt in Farbe. Entdecken Sie dann, wie sich Ihre Gefühle dadurch verändern. Die Perspektiven ändern sich und neue Fragen entstehen. Beenden Sie diesen Moment der Selbstbeobachtung, indem Sie sich selbst dazu beglückwünschen, dass Sie die Übung nach bestem Wissen und Gewissen durchgeführt haben.

Mit ein wenig Übung werden Sie feststellen, dass Sie dies an Ort und Stelle tun können, um die Situation wirklich von oben zu sehen und sich die Zeit zu nehmen, Ihre Fragen anders zu stellen. Nur wenn Ihre Emotionen durch den Filter Ihres Verstandes gehen, können Sie effizient Ihren Kunden helfen, für sie die richtigen Lösungen zu finden.

Wenn Sie regelmäßig üben, werden Sie zunehmend weniger gemäß ihren ungefilterten Emotionen „reagieren“ und mehr und mehr Ihre Fragestellung entwickeln. Letzteres ist ein Angelpunkt des Coachings.

Um Sie bei der Entwicklung Ihrer Coaching-Haltung und offener Fragestellung zu begleiten, entdecken Sie im Shop unser E-Book „Mein Coach-Handbuch“.

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