3 Brains-Zertifizierungsprogramm

3 Gehirne - ICF Zertifizierung

3-Gehirne-Coaching: Kopf, Herz und Bauch in Entscheidungen einbeziehen

Du hast mit Deinem Gegenüber ein Ziel geklärt, Argumente abgewogen und nächste Schritte vereinbart. Trotzdem bleibt die Umsetzung aus. An diesem Punkt kannst Du im Coaching genauer erkunden, welche Fragen, Bedenken oder Bedürfnisse noch nicht berücksichtigt wurden. Das 3-Gehirne-Coaching bietet dafür ein Modell, das Kopf, Herz und Bauch als unterschiedliche Perspektiven auf eine Entscheidung aufgreift. :contentReference[oaicite:7]{index=7}

Wenn gute Argumente nicht alle Fragen beantworten

Ein beruflicher Wechsel kann auf dem Papier überzeugend wirken. Mehr Gestaltungsspielraum, eine interessante Aufgabe und bessere Arbeitsbedingungen sprechen dafür. Dennoch könnte Dein Gegenüber unsicher sein, ob die Veränderung zur eigenen Lebensplanung passt oder welche Folgen sie für wichtige Beziehungen hätte.

Lege Dich deshalb nicht vorschnell auf eine Erklärung fest. Vielleicht fehlen Informationen. Vielleicht ist das Ziel nicht mehr passend. Vielleicht braucht es Unterstützung bei der Umsetzung. Nutze das Zögern als Anlass, diese Möglichkeiten gemeinsam zu prüfen, statt es automatisch als innere Blockade zu behandeln.

Was mit Kopf, Herz und Bauch gemeint ist

Im 3-Gehirne-Modell werden dem Kopf logisches Denken und Planung, dem Herzen Gefühle und Werte und dem Bauch intuitive Impulse und Handlungsbereitschaft zugeordnet. Diese Begriffe kannst Du als Struktur für ein Reflexionsgespräch nutzen. Sie sind jedoch von einer anatomischen Beschreibung zu unterscheiden. :contentReference[oaicite:8]{index=8}

Herz und Verdauungstrakt besitzen eigene neuronale Netzwerke, die an der Regulation ihrer Organfunktionen beteiligt sind. Ihr Vorhandensein belegt aber keine drei eigenständig denkenden Gehirne mit einer festen Aufteilung in Logik, Werte und Mut. Für Deine Gesprächsführung bedeutet das, die Begriffe als Modell einzusetzen und Körperempfindungen nicht vorschnell mit einer bestimmten Bedeutung zu versehen. :contentReference[oaicite:9]{index=9}

Die Kopf-Perspektive: Fakten und Annahmen klären

Beginne mit dem, was sich sachlich betrachten lässt. Welche Möglichkeiten stehen zur Wahl? Welche Informationen sind gesichert? Was wird bisher nur angenommen? Eine passende Frage lautet „Welche Gründe sprechen für diese Option – und welche dagegen?“

Trenne dabei nach Möglichkeit Fakten, Erwartungen und offene Fragen. Statt weitere Argumente zu sammeln, könntest Du auch erkunden, welche einzelne Information für die Entscheidung noch fehlt.

Die Herz-Perspektive: Werte und Beziehungen berücksichtigen

Richte den Blick anschließend auf die persönliche Bedeutung. Was möchte Dein Gegenüber mit der Entscheidung bewahren, erreichen oder verändern? Welche Menschen und Beziehungen sind betroffen? Frage beispielsweise „Was ist Dir an dieser Entscheidung besonders wichtig?“

Du musst dafür keine bestimmte Emotion hervorrufen. Lade dazu ein, persönliche Anliegen zu benennen. Halte auch widersprüchliche Wünsche fest, ohne sie sofort auflösen zu wollen.

Die Bauch-Perspektive: Wahrnehmungen erkunden

Sofern Dein Gegenüber damit einverstanden ist, kannst Du die Körperwahrnehmung einbeziehen. Eine offene Frage wäre „Was bemerkst Du körperlich, wenn Du Dir vorstellst, diesen Schritt tatsächlich zu gehen?“

Bleibe anschließend bei der Beschreibung. Frage nach, statt aus Anspannung automatisch Ablehnung oder aus Ruhe automatisch Zustimmung abzuleiten. Auch die Antwort „Ich nehme gerade nichts Besonderes wahr“ darf stehen bleiben. Es geht um zusätzliche Beobachtungen, nicht um einen Test mit einer richtigen Antwort.

Ein Beispiel aus der Entscheidungsbegleitung

Stell Dir eine Führungskraft vor, die eine Beförderung erwägt. Sie interessiert sich für die Aufgabe und möchte sich weiterentwickeln. Gleichzeitig sind ihr verlässliche Familienzeiten wichtig. Beim Gedanken an häufige Abendtermine bemerkt sie Anspannung.

Du könntest nun gemeinsam mit ihr klären, welche Arbeitsbedingungen tatsächlich vorgesehen sind. Wären feste Grenzen der Erreichbarkeit möglich? Welche Verantwortung ließe sich teilen? Aus der Reflexion könnte so ein konkreter Prüfauftrag entstehen. Die Entscheidung bleibt offen, bis die dafür wichtigen Fragen ausreichend geklärt sind.

So strukturierst Du die Reflexion im Coaching

  1. Eine konkrete Entscheidung auswählen. Formuliere mit Deinem Gegenüber, worüber es entscheiden möchte. „Soll ich diese Führungsposition annehmen?“ ist ein klarerer Ausgangspunkt als „Wie werde ich beruflich zufriedener?“
  2. Die drei Perspektiven nacheinander erkunden. Sammle sachliche Überlegungen, persönliche Anliegen und körperliche Wahrnehmungen getrennt. Prüfe anschließend gemeinsam, wo Übereinstimmungen, Unterschiede oder offene Fragen liegen.
  3. Einen überprüfbaren nächsten Schritt vereinbaren. Das kann ein Informationsgespräch, eine geklärte Bedingung oder eine bewusste Bedenkzeit sein. Halte fest, was Dein Gegenüber bis wann prüfen möchte.

Dränge nicht auf vollständige innere Einigkeit. Du kannst auch fragen, welche Unsicherheit die Person bewusst akzeptieren würde und welche Bedingungen vor einer Entscheidung unbedingt geklärt sein müssen.

Tools für Coaches: Drei einfache Hilfen für Deine Moderation

Für eine eigene Reflexionsübung kannst Du die Fragen mit wenigen Materialien sichtbar machen.

  • Drei selbst beschriftete Methodenkarten. Verwende die Begriffe „Gedanken“, „Werte und Gefühle“ sowie „Körperwahrnehmung“. Dein Gegenüber notiert dazu eigene Beobachtungen.
  • Ein Blatt mit drei Spalten. Halte die Antworten nebeneinander fest. Nutze die Übersicht, um offene Fragen zu markieren und Zusammenhänge gemeinsam zu besprechen.
  • Eine Karte für den nächsten Schritt. Notiere, welche Information, Unterstützung oder Vereinbarung noch benötigt wird. Ergänze einen konkreten Zeitpunkt für die weitere Klärung.

Das 3 Brains-Zertifizierungsprogramm

Das Programm vermittelt den Ansatz im virtuellen Klassenzimmer über acht halbe Tage. Es verbindet theoretische Inhalte mit praktischen Übungen und der Anwendung von Coaching-Techniken. :contentReference[oaicite:10]{index=10}

Die Weiterbildung ist als ICF-CCE-Training mit 40 CCEUs ausgewiesen. Davon entfallen 28 Stunden auf Core Competencies und 12 Stunden auf Resource Development. Die Produktbeschreibung nennt außerdem 24 EMCC-Entwicklungspunkte. :contentReference[oaicite:11]{index=11}

Welche Perspektive bekommt in Deinem Coaching bisher den meisten Raum? Und welche Frage könntest Du ergänzen, damit neben den guten Argumenten auch persönliche Anliegen und Wahrnehmungen zur Sprache kommen?

Weiterlesen: https://coachwerkzeuge.com/produkt/the-3-brains-certification-programme/

 

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